Mies: "Trete nicht an, um Zweiter zu werden"

06.04.2011 von Tom Tessmer

06.04.2011 - Die Saisonvorbereitung läuft auf Hochtouren, doch ADAC GT Masters-Vizemeister Christopher Mies hat den Gewinn der "Liga der Supersportwagen" 2011 schon jetzt fest im Visier. Nachdem sich der 21-Jährige im letzten Jahr im Titelkampf erst beim Finale knapp geschlagen geben musste, sinnt der Audi-Pilot in der kommenden Saison auf eine Revanche.
 
Herr Mies, nach dem Vizetitel in der letzten Saison kann doch jetzt eigentlich nur der Titel folgen?
"Der Titel ist ganz klar das Ziel. Ich trete nicht an, um Zweiter zu werden. Wichtig ist in dieser Saison, dass wir ab dem ersten Rennen gut punkten. Die Wettbewerbsdichte wird in diesem Jahr durch das sehr große Starterfeld nochmals höher sein als in der letzten Saison. Es wird sicher nicht einfach werden, aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft."
 
Sie teilen sich in der zweiten Saison in Folge das Cockpit des Abt-Audi R8 mit Luca Ludwig. Welche Vorteile ergeben sich daraus?
"Luca und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Wenn man einen neuen Teamkollegen hat, braucht man immer zwei, drei Rennen bis alle Abläufe passen. Diese Eingewöhnungsphase gibt es bei uns in diesem Jahr nicht. Das ist sicherlich ein Vorteil gegenüber den vielen neuen Teams und gibt uns eine gute Basis, schon in den ersten Rennen gut zu punkten. Bereits die letzte Saison hat gezeigt, dass Luca und ich eine starke und fahrerisch ausgeglichene Kombination sind."
 
Im ADAC GT Masters gibt es in dieser Saison mit 40 fest eingeschriebenen Fahrzeugen ein Rekordstarterfeld. Ändert sich dadurch die Strategie und Arbeitsweise an einem Rennwochenende?
"Eigentlich nicht, denn im ADAC GT Masters starten sehr viele Profis. Man muss aber im Zeittraining ein gutes Timing haben, um bei so vielen Autos eine freie Runde zu finden. Gerade auf kurzen Strecken wie in Oschersleben wird das sicher eine große Herausforderung. In den Rennen wird es durch die vielen Fahrzeuge mehr Verkehr geben, aber da hilft mir meine Erfahrung von der Nürburgring-Nordschleife. Fahrer, die dort regelmäßig am Start sind, werden einen Vorteil haben, was das Überholen angeht. Es wird allerdings im Rennen in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich sein, vom 12. oder 13. Startplatz ganz nach vorne zu fahren, wie es in den vergangenen Jahren manchmal der Fall war. Dafür ist das Feld in diesem Jahr zu stark, eine gute Startposition wird also noch wichtiger sein."
 
Das ADAC GT Masters startet nach einer Pause wieder im belgischen Zolder und erstmals am neuen Red-Bull-Ring in Österreich. Kennen Sie die Strecken schon?
"Zolder kenne ich gut, dort habe ich 2009 die FIA GT3-Europameisterschaft gewonnen. Der Red-Bull-Ring ist für alle Fahrer Neuland. Ich werde mir die Strecke aber im Vorfeld genau ansehen, um bestens vorbereitet zu sein."

«ZURÜCK